Saar-Uni: Nachwuchswissenschaftlerin erforscht intelligenten Dialog mit Computern

3. Dezember 2018


Am 22. November wurden die Sofja Kovalevskaja-Preise der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben. Eine der fünf Preisträgerinnen und Preisträger ist die Serbin Milica Gašić, die ab dem kommenden Jahr in Saarbrücken am Lehrstuhl für Sprach- und Signalverarbeitung von Professor Dietrich Klakow zu Gast sein wird. Mit den 1,65 Mio. € Preisgeld sucht die junge Wissenschaftlerin der renommierten britischen Universität Cambridge nach Möglichkeiten, wie der Dialog zwischen Mensch und Computer intuitiver und empathischer werden kann.

 

Dialogsysteme wie Siri, Alexa und Co. können heute zwar schon ziemlich sicher die sachlich richtige Antwort auf beide Fragen geben. Die Ironie und die Stimmung des menschlichen Gegenübers jedoch erkennen sie überhaupt nicht. Damit dies in Zukunft möglich wird, untersucht die Computerwissenschaftlerin Milica Gašić, wie Siri und Co. intelligenter werden können, um auch komplexere Dialoge mit ihren menschlichen Benutzern zu führen.

 

Anleihen dafür, wie der Dialog zwischen Mensch und Computer natürlicher ablaufen kann, wie diese Eigenheiten von Mensch und Maschine zusammenpassen, sucht die Wissenschaftlerin bei der Art Künstlicher Intelligenz (KI), die vor einiger Zeit für Furore sorgte, als sie den menschlichen Weltmeister des Brettspiels „Go“ geschlagen hat. „Ein Dialog ist viel schwieriger als ‚Go‘“, erläutert Milica Gašić, „aber auch ein Dialog lässt sich als ein Spiel auffassen, bei dem es darum geht, die richtige Strategie zum Erfolg zu finden.“ Die „Go“-KI hat zum Lernen der Strategie gegen eine Kopie ihrer selbst gespielt, viele Millionen Mal. Im Duell gegen den menschlichen Spieler hat sie dann auf ihr erlerntes, statistisches Wissen zurückgegriffen.

 

Für einen Dialog kann ein Computer aber nicht so einfach gegen sich selbst trainieren – hier sind echte menschliche Trainingspartner gefragt. Und selbstverständlich halten die keine viele Millionen Trainingsgespräche hintereinander durch. Dafür, dass die KI auch schon aus deutlich kleineren Trainingseinheiten lernen kann, ein zielführendes Gespräch zu führen, hat Milica Gašić mit ihrer bisherigen Forschung die Grundlagen gelegt. „Was wir nun brauchen, sind ausgefeiltere Feedback-Mechanismen“, sagt sie. „Nur so kann der Computer lernen, richtig zu reagieren.“

 

(Quelle: Universität des Saarlandes)