Digitalisierung – so geht’s! Optimales Fabriklayout für Stamer Gruppe

26. März 2019


Der Firmenverbund der St. Wendeler Stamer Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Premiumprodukte im Bereich Beschallungsanlagen, Instrumentalverstärker und Studiotechnik unter den Marken HKAudio, Hughes & Kettner und Mindprint. Seit seiner Gründung vor 40 Jahren wuchs das Unternehmen kontinuierlich. Die Konsequenz: Alte Strukturen kamen schnell an ihre Grenzen. Mit Hilfe von Experten des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Saarbrücken

erarbeiteten die Projektleiter Holger Kartes und Florian Legrum ein optimales Fabriklayout, das heißt die räumliche Anordnung von Objekten wie z. B. Maschinen und Lagerräumen innerhalb einer Fabrik. Dabei sollten die Produktionsleistung erhöht, Transportwege reduziert und Kosten sowie Produktionsausfälle möglichst geringgehalten werden.

 

Ist-Zustand wird schrittweise an Soll-Zustand angeglichen

Der Weg dahin ist Software basiert. In einem ersten Schritt wurden bestehende Daten und Vorgehensweisen gesammelt und der Ist-Zustand abgebildet. Demgegenüber steht dann das erarbeitete ideale Layout, ein Best-Practice-Modell sozusagen. Mit Hilfe eines Migrationspfades, der das konkrete Vorgehen hin zur Ideallösung beschreibt, können dann Simulationen am Computer errechnen, wie die Ideallösung Schritt für Schritt umgesetzt werden kann. Wenn die Simulation der einzelnen Szenarien Probleme aufdeckt, werden die betroffenen Szenarien solange in der Fabrikplanungsumgebung angepasst und erprobt, bis ein problemlos umsetzbarer Migrationspfad gefunden wird. In der Praxis sieht das wie folgt aus: Die vorgesehenen Maßnahmen werden nach und nach in der realen Fabrik umgesetzt, bis der aktuelle Zustand vollständig in den „Brownfield-Best-Practice“ Zustand überführt ist. Die einzelnen Änderungsmaßnahmen sind dabei derart konzipiert, dass der reguläre Produktionsbetrieb ohne größere Ausfälle aufrechterhalten wird.

 

Wie die Umstrukturierung im Betrieb ablief, warum sich alle KMU damit auseinandersetzen sollten und was für Hilfen es gibt, fragten wir Holger Kartes:

 

 

Herr Kartes, Digitalisierung macht gerade KMU und deren Mitarbeitern häufig Angst. Was ist Ihre Erfahrung?

Wir haben das Glück, dass alle unsere Mitarbeiter sehr wandlungsfreudig und -fähig sind. Um mögliche Ängste gleich im Keim zu ersticken, nehmen wir den Betriebsrat, die Führungskräfte und die später involvierten Mitarbeiter gleich von Anfang an mit ins Boot. Die gemeinsame Entwicklung einer Vision über die vielfältigen positiven Auswirkungen minimiert nicht nur die Angst, sondern macht ganz im Gegenteil Lust, mitzuwirken.

 

Warum ist Ihrer Meinung nach Digitalisierung für ein (saarländisches) KMU so wichtig?

Im internationalen Vertrieb unserer Produkte stehen wir natürlich in hartem Wettbewerb u. a. auch mit südostasiatischen Mitbewerbern. Qualität und deutsches Engineering helfen da sicher. Um aber kontinuierlich etwaige Standortnachteile auszugleichen, sind wir motiviert, permanent Verbesserungen durch neue Methodiken umzusetzen. Digitalisierung spielt zusehends eine wichtige Rolle. Das betrifft nicht nur die Optimierungsmöglichkeiten für unsere internen Geschäfts- und Produktionsprozesse, sondern auch die Weiterentwicklung in der Vernetzung mit unseren Geschäftspartnern.

 

Wie konnte saaris dabei unterstützen?

Mit saaris haben wir einen hervorragend vernetzten, regionalen Ansprechpartner; die Wege sind kurz und schnell. Ein vielfältiges Angebot, der persönliche Austausch und das Gefühl, auch als KMU verstanden zu werden, hilft uns, die pragmatischen Kompromisse zwischen begrenzten Ressourcen und technisch Machbarem zu finden und umzusetzen. saaris unterstützt uns u. a. auch erfolgreich dabei, passgenaue und regionale Partner für die Umsetzung unserer Ideen zu finden.


Ansprechpartner

Sabine Betzholz-Schlüter

Mittelstand 4.0/ Digitalisierung

Tel.: 0681 9520-474

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: sabine.betzholz-schlueter@saaris.de

Holger Kartes im Gespräch mit Schreinerei-Mitarbeitern am neuen Fräszentrum. (Foto: Stamer Gruppe)